Babys 26. Woche: Mütterlicher Schwanzvergleich

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​Halbzeit mit der Elternzeit Freunde! Johanna ist jetzt sechs Monate alt. Ein halbes Jahr auf der Erde. Da ziehe ich schon mal Bilanz. Wie erging es uns bisher? Was ist alles passiert und was kann mein Baby schon alles? Vor allem bei letzter Frage lässt man sich zu Vergleichen hinreißen. Wir nennen es den mütterlichen Schwanzvergleich. Weil es genau das ist!

Beikost-Stilleben oder ganz objektiv auch: Schlachtfeld! Immerhin, das Kind hat fast aufgegessen. Wir nähern uns an.

Thema Beikost. Das läuft bei uns nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe ganze 30 Tage lang täglich frisch gekocht. Und Johanna hat maximal drei Löffelchen voll gegessen. Da man den Brei nicht mehrfach erhitzen soll, hat der Rest immer nur dem Mülleimer gut geschmeckt. Das ist frustrierend, wirklich! Ich habe zwei Wochen lang versucht, meine Breie aus Biogemüse einzufrieren aber das Auftauen dauert ohne Mikrowelle (wir haben keine) dann auch wieder und Johanna mag den Brei gar nicht mehr. Keine Ahnung was das Problem ist. Also bin ich vor ein paar Tagen auf Gläschen umgestiegen. Und siehe da: Die mag sie lieber. Sie isst zwar nur ein Drittel, aber da ich das weiß, kann ich die 1a portionieren. Und zwölf Löffelchen sind einfach deutlich mehr als drei Löffelchen. Wenn sie die Breie richtig futtert, gehe ich wieder zum Kochen über aber bis es soweit ist, kaufe ich Gläschen. Das ist nämlich für alle Beteiligten stressfreier. Für diese Taktik musste ich mir aber auch schon Schlimmes anhören! Eine Tussi aus dem PEKiP-Kurs (wenn du das liest, ja, ich kann dich und deine selbstherrliche Einstellung nicht leiden!) hat mich regelrecht fertig gemacht. Verantwortungslos sei ich. Meinem Kind diesen Industriefraß vorzusetzen! Blöde Kuh, echt. Ihr Kind ist im übrigen gleich alt wie meins und verschmäht Muttis Breie ebenfalls. Aber bitte schön, wie sie will. Mal abgesehen davon, dass ihr Argument schlicht Quatsch ist, sollte man doch denken, dass wir im gleichen Boot sitzen. Statt dessen macht sie mich blöd von der Seite an (und das war nicht das erste Mal von der Hexe!).

Nächstes Thema: Zähne. Meine Johanna hat noch keine. Ich warte sehnlichst auf die ersten Beißerchen. Auch wegen der Beikost-Geschichte. Obst, Gemüse und Brot mag sie nämlich gern, kann das Zeug natürlich aber noch nicht richtig kauen. Da werden stolz die Kinder präsentiert die mit vier Monaten schon zwei Zähne haben. Als wäre es Muttis persönlicher Verdienst! Ich selbst hab meine ersten Zähnchen erst mit acht Monaten gehabt. Und es ist doch auch völlig Wurscht, wenn man sich das mal genau überlegt. Vor allem weil ich noch stille. Was das betrifft, kann ich gern noch eine Weile auf die Hauer verzichten. Ach, ich weiß einfach nicht, was ich will. Und das macht auch überhaupt nichts, weil ich eh keinen Einfluss auf diese Entwicklung habe.

Einige Mütter sehen das allerdings anders. Sie gucken hämisch auf andere Babys die im gleichen Alter irgendetwas noch NICHT können, was ihre Schätze aber schon voll toll drauf haben. Sich drehen zum Beispiel. Meine Maus hat früh damit angefangen. Nämlich kurz vorm vierten Monat. Und wenn ich das irgendwo erzählt habe, schlug mir tatsächlich Neid entgegen. Und am besten kam dann gleich danach noch was, das ihre Kinder viel toller können als meins. Ähm ja. Wir stehen jetzt kurz vorm Krabbel-Durchbruch. Und mein Baby ist das Einzige aus dem PEKiP-Kurs, das schon Anstalten dazu macht. Und was mache ich? Bin stolz wie Sau, dass meine Süße motorisch schon so weit ist. Fuck, echt! Ich bin kein Stück besser als die anderen. Dabei WEIß ich sehr genau, dass acht Kinder in einer Gruppe weder präsentativ noch sonst irgendwas sind. Ich bin mir in diesen Momenten selbst peinlich. Dem mütterlichen Schwanzvergleich kann man sich aber auch nur schwer entziehen! Ich versuche jetzt einfach tief durchzuatmen und meine Püppi einfach machen zu lassen. Sie macht ja eh was und WANN sie will!

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