„Als Alleinerziehende bist du der Pickel für jeden Vermieter!“

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Das sagte eine Arbeitskollegin wörtlich zu mir. Sie hatte Erfahrung. Und die sammle ich jetzt auch. Klingt furchtbar und was soll ich sagen? Das ist es auch.

Immerhin passt zwischen unsere Kids kein Blatt. Hier schmeißen sie ihr Taschengeld zusammen, um sich Süßigkeiten im Dorfladen zu kaufen..

Ich habe lange überlegt OB und wenn ja WIE ich das Thema hier behandeln soll aber wenn ich es NICHT behandle, kann ich den Blog hier auch einstellen. Also kommt hier eine Zusammenfassung des letzten Monats. Unsere Beziehung war nicht immer super harmonisch. Kein Problem. Das gehört dazu. Wer mein Geschreibsel hier aber seit mehreren Jahren verfolgt, hat vielleicht eine Ahnung davon, was bei uns so alles im Argen liegt. Unsere Unzufriedenheit (miteinander) haben wir immer auf den Platzmangel geschoben. WENN wir mehr Rückzugsmöglichkeiten hätten, wäre es sicher VIEL harmonischer. Dann hätte Simon auch Lust auf Familie, Unternehmungen, mit an zu packen… Das höre ich seit Jahren. Und obwohl ich Zweifel daran hatte, dass mehr Platz die Lösung für alles wäre, war es mir den Versuch wert.

Doch wir kamen vom Regen in die Traufe. Statt der kleinen 2,5 Zimmer Wohnung in München leben wir nun seit über einem Jahr in einem Zimmer über meiner Schwiegermutter. EIN Zimmer, Küche, Bad. Wir pendeln täglich in Büros, auf die Baustelle, den Kindergarten und der Schule hin und her. Um mehr Geld zu bekommen und die Sanierungsarbeiten zu beschleunigen arbeite ich mittlerweile 32 Wochenstunden in meinem Job. PLUS zwei Kinder, die Mittagspause in ihrem Kindergarten haben und zum Essen „nach Hause“ kommen, PLUS Haushalt, den ich so ziemlich allein rocke PLUS ein Schulkind PLUS all die sozialen Aktivitäten und Verpflichtungen. Das ist MEIN Job seit nunmehr einem Jahr. Dazu bin ich hin und wieder auf der Baustelle, um Wände einzureißen, Böden raus zu rupfen oder Decken abzutransportieren.

Doch diese Tätigkeiten auf der Baustelle sind natürlich NICHTS gegen Simons Einsatz dort. Er schafft da nach der Arbeit bis in den späten Abend hinein. Meist kommt er irgendwann zwischen halb zehn und halb elf heim. Ein Zustand, der ebenfalls seit über einem Jahr so geht. Ein Zustand, der einfach keiner mehr ist. Schon im September saßen wir heulend zusammen. Wir sind beide unglücklich. Seit Jahren. Und das Haus, das sich nicht als Rettung, sondern als Katalysator für unsere Themen erwiesen hat, trägt nicht dazu bei, diesen Zustand zu ändern.

Kurz vor Weihnachten habe ich mich offiziell getrennt. Ich kann nicht mehr. Es war schon vor dem Umzug nicht mehr gut aber das jetzt hier… das hat meinem zweifelndem Herzen des Todesstoß versetzt. Seit einem Monat suche ich jetzt eine Wohnung für die Kinder und mich. Doch das ist verdammt schwer! Drei Mal habe ich Vermietern jetzt schon erklärt, dass es für mich wirklich kein Problem ist, mit 3 Kindern in einer 2,5 Zimmer Wohnung zu ziehen. Schließlich ist das eine 100 prozentige Vergrößerung zu unserem Lebensraum jetzt. Doch so richtig attraktiv scheinen wir nicht zu sein. Denn bisher hat es trotz Besichtigungsterminen nicht geklappt. Dabei wäre es für die Kids wirklich ein Riesen-Vorteil endlich direkt in dem Ort zu leben, in dem auch ihre Freunde wohnen. Johanna müsste nicht mehr jeden Morgen die Krise bekommen, weil sie befürchtet zu spät zur Schule zu kommen. Ich muss die bummeligen, jüngeren Geschwister nicht mehr so fürchterlich antreiben. Johanna könnte einfach zur Schule laufen. Freunde könnten endlich zu Besuch kommen.

Sie wissen noch von nichts, merken natürlich aber dass etwas im Busch ist. Wir arbeiten weiter zusammen am Haus und investieren auch die letzten Cents um die Kiste endlich bezugsfertig zu bekommen. Es soll das Haus der Kinder sein. Ich werde sie auf keinen Fall aus dem Ort herausreißen, in dem sie gerade angefangen haben, Wurzeln zu schlagen. In welcher Form wir die Betreuung regeln wollen, wissen wir noch nicht. Wir versuchen, einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Fair zu bleiben. Wohlwollend miteinander umzugehen und unseren Kindern die Stütze zu sein, der verlässliche Hafen, den sie verdienen.

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